Schüleraustausch 2019 - Oberschule Elsterwerda

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Schüleraustausch 2019

Aus dem Reisetagebuch einer 14 Jährigen

Montag, 03. Juni 2019
Heute fiel mir es nicht schwer, früher als sonst aufzustehen, denn ich nehme am deutsch-polnischen Schüleraustausch zwischen dem Elsterschulzentrum Elsterwerda und der Gesamtschule Potulice teil.
Mit dem Bus ging es zuerst bis Katowice. Dort holten wir unsere polnischen Freunde vom Bahnhof ab und fuhren gemeinsam weiter nach Oświęcim. Kaum angekommen, marschierten wir im Eiltempo in der prallen Sonne zum 4km entfernten Begegnungszentrum, um einen Vortrag zur Einstimmung auf den morgigen KZ-Besuch zu hören. Danach kam natürlich der 4km lange Rückweg. 8km Fußmarsch, was für ein Stress!!! Nach dem Abendessen halfen uns Kennenlernspiele die Namen, das Alter und die Hobbys der polnischen Gruppe zu merken.


Dienstag, 04. Juni 2019
 Am Vormittag sahen wir uns einen Film über die Verfolgung und Vernichtung der Juden an. Anschließend hatten wir für ein Fußballspiel Zeit. Dann fuhren
 wir nach Auschwitz/Birkenau.

 Krass:     
 Die riesige Fläche, die engen Baracken für die Häftlinge!!!

 Nicht zu glauben:
 Über 1,1 Millionen jüdische Todesopfer und Hunderttausende anderer Nationalitäten!!!

 Beklemmend:  
 Gaskammern, Verbrennungsöfen, Todeswand, die Baracke für ca 700 Kinder, Berge persönlicher Sachen der Häftlinge,
 Schriftdokumente, Fotos !!!

 SCHLUSSFOLGERUNG:
 WIR  DÜRFEN  NICHT  ZULASSEN,  DASS  SICH   
 DAS  NOCH  EINMAL  WIEDERHOLT  !!!!!


 Aufgewühlt und betrübt fuhren wir am Abend zurück zum Hostel.

Mittwoch, 05.Juni 2019
Wieder hatten wir Sonne pur. Der ganze Tag war der Geschichte Krakaus gewidmet. Nach der Besichtigung der Wawel-Kathedrale (Nationalheiligtum) stiegen wir auf den Glockenturm. Wenn man mit der linken Hand den Klöppel der bis vor ein paar Jahren größten Glocke Eur-opas (11Tonnen schwer, 2 Meter hoch, 2,5m Durchmesser) berührt und sich etwas wünscht, soll der Wunsch in Erfüllung gehen.  Vom „Dach der Kirche“ ging es dann in die sagenumwo-bene Drachenhöhle des Wawelhügels. Beim Hinabsteigen bekamen wir fast einen Dreh-wurm. Wir dachten, die Wendeltreppe hört gar nicht auf und wir kommen unter der Weichsel an. Aber der Drache wartete in Form einer Skulptur am Ufer des Flusses auf uns. Neu für mich war das Umlegen eines Tuches vor Betreten der Marienkirche. Mein Top mit Spaghettiträgern zeigte zu viel nackte Haut. Die Altstadt erkundeten wir in deutsch-polnischen Kleingruppen und machten an vorgeschriebenen Orten Selfies. Bloß gut, dass es im Anschluss an die Stadtrallye Freizeit gab, denn sonst hätte ich mir die geilen Klamotten nicht kaufen können. Übrigens, das Krakauer Eis schmeckt mehr als lecker. Das letzte Highlight des Tages waren die berühmten Tuchhallen, der mittelalterliche Marktplatz mit seinen Ausgrabungsstücken und den zugehörigen multimedialen Möglichkeiten des Undergroundmuseums, die Geschichte der Stadt kennenzulernen.

Donnerstag, 06.Juni 2019
Wie schnell die Zeit vergeht. Heute war unser letzter gemeinsamer Tag. Wir sind zu „Schindlers Fabrik“ gelaufen. Sie war in der Kriegszeit eine Email- und Munitionsfabrik. Toll, wie Schindler und seine Frau über tausend ihrer angestellten Juden vor dem sicheren Tod retteten. Sie waren sogar bereit, ihr ganzes Vermögen und ihr Leben dafür einzusetzen. Es gehörte eine große Portion Mut dazu, sich das zu trauen. In der umgestalteten Fabrik befindet sich jetzt ein Museum, das die Lebens- und Arbeitsbedingungen unter der deutschen Besatzung zeigt. Nachdem wir über die Geschichte des jüdischen Viertels bei der Führung viel gehört hatten, konnten wir es anschließend bei einer „Viertelrallye“ erkunden. Es ist heute ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche und Studenten. Etwas wehmütig packten wir unsere Koffer und verbrachten den letzten Abend im Hostel mit Gesprächen und gemeinsamen Spielen.

Freitag, 07. Juni 2019
Was wir vor der Reise unseren Lehren nicht geglaubt hatten, war tatsächlich eingetreten. Beim Abschiednehmen sind Tränen geflossen. Während wir schon im Bus Richtung Heimat fuhren, hatten unsere polnischen Freunde noch Zeit bis zur Abfahrt ihres Zuges. Mit  der modernen Technik blieben und werden wir weiter in Kontakt bleiben. Der Muskelkater vom vielen Laufen verschwindet wieder, die Blasen heilen und der Sonnenbrand geht weg. Die schönen und beeindruckenden Erlebnisse werden wir aber nicht vergessen.
(C.Neustadt, 14.06.2019)





 
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